Teneriffa und der Mond

Teneriffa auf dem Mond?

Dass es auf Teneriffa Gegenden gibt, die an eine Mondlandschaft erinnern, das weiß jeder, der einmal durch die Cañadas, die Wüstenlandschaften des Südosten, oder die Vulkanberge um den Chinyero gewandert ist. Dass es auf dem Mond auch Teneriffa-Berge gibt, das wissen viele nicht.

In der Tat existieren auf dem Mond Berge mit dem Namen „Montes Teneriffe“. Sie sind etwa 2400m hoch und liegen im Norden unsere Trabanten, im Mare Imbrium, südwestlich des markanten Kraters Plato. In der Nähe dieser Berge befindet sich auch ein einzelner Berg mit dem Namen „Pico“ oder „Pico Teide“.plato_lunar_crater_map

Diese Namen wurden vom britischen Astronomen William Radcliff vergeben, zu Ehren von Charles Piazzi Smyth, der im Jahr 1856 die ersten astronomischen Beobachtungen auf den Kanaren vom 2718m hohen Berg Guajara aus durchführte. Dieser folgte damit einem Vorschlag, für den sich bereits Isaac Newton einsetzte, nämlich dass astronomische Observatorien auf hohen Bergen sein sollten, und nicht in Städten, wie bis dahin üblich.

Piazzi Smyth erhielt von der britischen Admiralität die Erlaubnis und finanzielle Unterstützung, und hatte diese 113 Tage dauernde Expedition nach Teneriffa verbunden mit seiner Hochzeitsreise, für die der bekannte Ingenieur Stevenson ein Schiff zur Verfügung stellte. Piazzi Smyth beobachtete vom Guajara aus auch die Saturnringe. Im Jahre 1910 konnte von dort aus der Komet Halley fotografiert werden.observatorio-guajara

Die „Montes Teneriffe“ haben eine Ausdehnung von etwa 110km Länge und 56km Breite. Diese Berge sind die übrig gebliebenen Reste eines inneren Ringes, der bei einem Einschlag vor 3850 Millionen Jahren die Entstehung des Mare Imbrium verursacht hatte.

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http://web.eldia.es/2005-02-19/vivir/vivir9.htm

Fotos: Wikipedia, NASA

Der Mond, von Teneriffa aus gesehen – eigentlich sieht er aus wie überall. Aber der Mond über dem Teide ist immer eine Herausforderung für Fotografen.nacht_03_1700_2nacht_01_0330-420-2_5

Fotos: Günter Trautmann

1607067_1Was nicht fehlen darf, ist natürlich der Mond über der Mondlandschaft von Vilaflor.

Dieser zeichnet mit seinem Licht bei Nacht ganz besondere Schattenbilder auf die Felsen.


Teneriffa und der Supermond

Am 14. November 2016 ist der Mond ist der Erde so nahe gekommen wie seit 1948 nicht mehr. Seine Entfernung zur Erde beträgt „nur noch“ 356509 Kilometer. Durch seine elliptische Umlaufbahn befindet er sich dann am erdnächsten Punkt 14% näher als an seinem erdfernsten Punkt. Der Mond erscheint dadurch größer und auch heller, denn es wird 30% mehr Licht zur Erde reflektiert. Wer es genau wissen will: Sein Durchmesser beträgt dann 33,5 Bogenminuten.

Der Unterschied ist aber schwierig wahrzunehmen. Man kann sich das gut an zwei Euro-Münzen veranschaulichen. Wenn die 1-Euro-Münze der Größe des Vollmondes zum Zeitpunkt seines erdfernsten Punkts (Apogäum) entspricht, dann wäre die 2-Euro-Münze die Größe des Vollmondes an seinem erdnächsten Punkt (Perigäum). Legt man die beiden Münzen aufeinander, dann ist der Unterschied nur noch sehr gering und beträgt weniger als 2mm. Diese Unterschiede (33,5‘‘ bzw. 29,4‘‘) mit bloßem Auge am Himmel zu erkennen, ist aber nicht möglich. Zumal rund ein halbes Jahr zwischen diesen beiden Punkten liegt.

groessenvergleichmond Foto: der-mond.org

Es ist in diesem Jahr nicht der einzige Supermond, der gleichzeitig Vollmond ist, das kann 3 bis 5 mal im Jahr vorkommen. Was ihn jetzt so speziell macht ist, dass er der Erde so nahe kommt, und das ist recht selten. Der Supermond am 14. Dezember dieses Jahres wird schon wieder fast 3000km weiter weg sein. Am 6. Dezember 2052 wird der Vollmond dann sogar noch 80 Kilometer näher an die Erde herankommen als dieses Mal, der Rekord in diesem Jahrhundert.

So lange wollten wir aber nicht warten und deshalb den Supermond schon heute fotografieren. Der ideale Punkt dafür ist der großartige Aussichtspunkt bei der Ermita del Rosario, von wo aus man einen freien Blick aufs Meer Richtung Osten hat. (Hier gibt es noch mehr über die Ermita).

Doch leider war das Wetter für einen Mondaufgang gar nicht ideal. Hohe Schichtwolken, dicke, schnell vorüberziehende Quellwolken und Regenvorhänge ließen keinen Blick auf den Mond zu. Aber sie zauberten ein fantastisches Licht in den Abendhimmel, und so gab es trotzdem ein paar überraschend stimmungsvolle Fotos. Wie der Mond aussieht, wissen wir ja alle.1611083_1

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Bei den Algonquin-Indianern in Nordamerika heißt der November-Vollmond übrigens auch Bibermond. Denn jetzt wird es Zeit, die Biberfallen aufzustellen, bevor die Sümpfe zufrieren, um für den Winter einen genügenden Vorrat an warmen Pelzen zu haben. Das haben wir ja aber in Teneriffa zum Glück nicht nötig.

Hier gibt’s was über Teneriffa und die Sonne und Teneriffa und die Sterne.


Artikel-Nr. 0-6-31

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