Mangozeit

Jetzt schmecken sie am besten.

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September ist Erntezeit auf den Mangoplantagen. Und die Märkte sind voll davon. Jetzt muss man zugreifen und genießen. Kein Vergleich zu dem, was in deutschen Supermärkten im Regal liegt. Hier sind die Mangas süßer, aromatischer, weicher. Keine andere Frucht vermittelt so das Gefühl von tropischer Üppigkeit wie die Manga.

1809002_1Ja, du hast richtig gelesen. Hier heißen sie Mangas. Obwohl,… so ganz einfach ist das nicht. Die Mango kommt eigentlich aus Südasien, Indien, Birma, Thailand, und ist dort seit Jahrtausenden bekannt. Sie ist klein und rund und gelb bis orangefarben. Sie hat ein weiches, aber sehr faseriges Fleisch und ist unbequem zu essen, weil die Fasern garantiert lange zwischen den Zähnen hängen bleiben. Sie ist besser geeignet für Saft und Mixgetränke. Aber sie ist sehr süß.

Das, was in Europa und im Rest von Spanien als Mango verkauft wird, ist eigentlich die etwas weniger süße Manga. Ihre Wiege steht in der Karibik in Puerto Rico, und die am meisten verkaufte Sorte ist Keitt, benannt nach Mrs J.N. Keitt, die sie zuerst in Florida angebaut hat. Sie ist deutlich größer, länglicher, außen grün bis lila und sie hat faserfreies Fleisch. Und da viele kanarische Auswanderer die Mango aus der Karibik mitgebracht haben, aus Venezuela und Kuba, heißt sie hier eben Manga.

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Ja, und „die“ Mango ist im spanischen männlich, wobei „el mango“ auch der Mangobaum sein kann. Oder auch der Stiel oder der Griff einer Pfanne, eines Hammers, oder was auch immer. Hier hat man nämlich nicht die Zügel fest in der Hand, sondern die Pfanne fest am Mango. Dagegen ist „la manga“ der Ärmel eines Hemds oder einer Bluse, oder alles, was so ähnlich aussieht. Und wer bei uns mit jemandem unter einer Decke steckt, der ist hier „de manga“. Die Mangas als japanische Comic-Figuren haben allerdings damit gar nichts zu tun.

mangokistenAber zurück zur leckeren Frucht. Zwischen der kleinen Mango aus Indien und der großen aus dem Supermarkt gibt es über 2000 verschiedene Sorten. Auf den Kanaren kennt man sie seit Ende des 18. Jahrhunderts, aber erst seit Mitte der 1970er Jahre wird sie kommerziell angebaut. Sie bevorzugt warme Regionen und ist deshalb in Höhen bis 500m häufiger im Süden anzutreffen als im Norden, wo sie oberhalb von 350m Höhe nicht mehr gut gedeiht und oft von Mehltau befallen wird. Besonders die Blütenstände sind anfällig dafür, wenn es zur Blütezeit im Februar zu nass ist. Von den insgesamt ca. 450ha Anbaufläche befindet sich etwa die Hälfte auf Gran Canaria und ein Viertel auf Teneriffa. Nach Banane und Avocado ist die Mango die drittwichtigste tropische Anbaufrucht.

Der Mangobaum wird von Natur aus sehr groß und üppig. Er kann in den Tropen 20m hoch werden und bekommt eine sehr dichte Krone, er ist ein idealer Schattenbaum. Wenn dann die reifen Früchte zu hunderten herunterfallen und zu gären beginnen, macht sich ein im wahrsten Sinne berauschender Mangoduft breit. So weit lässt man es natürlich bei der kommerziellen Produktion nicht kommen. Die Ernte ist leicht, weil die Früchte gut zugänglich am Baum hängen. Nur beim Transport ist Vorsicht angesagt.

Der Duft, den eine Frucht ausströmt, ist auch ein wichtiges Anzeichen dafür, dass sie reif ist. Erst wenn sie riecht und auf Fingerdruck leicht nachgibt, sollte man sie kaufen. Die Farbe ist nicht entscheidend, denn die hängt stark von der Sorte ab. Niemals eine unreife Frucht essen, lieber ein paar Tage in Papier einwickeln und abwarten. Sie muss weich zu schneiden sein und vor Saft nur so triefen. Das Fleisch geht schwer vom Kern ab, was dran bleibt, knabbert man am besten einfach ab.

1809018_1Mangos sind auch gut für die Gesundheit. Sie haben viel Kalzium und Phosphor und Vitamin B1, B2 und C. Sie helfen gegen Bronchitis, gegen Erschöpfung und gegen zu viel Magensäure. Sie sollen sogar unseren gesamten Organismus reinigen. Nicht umsonst gilt in Indien die Mango als die Königin aller Früchte und ist ein Symbol für Leben und Glück. Der große Buddha persönlich wurde unter einem Mangobaum geboren und meditierte im Schatten mit seinen Jüngern, umgeben vom berauschenden Mangoduft.

Also nichts wie los zum nächsten Bauernmarkt und schlemmen im Mango-Angebot. September ist Mangozeit!


Artikel-Nr. 0-25-117

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